Der Gläserne Zug

13.06.2020    Horst Büttner

Horst Büttner - Stammlokführer des Gläsernen Zuges


Horst Büttner
* 04.12.1936   † 24.10.2004

 

Schon als Kind war er fest entschlossen wie Vater und Großvater Lokomotivführer zu werden. So fing der in Niederschlesien geborene Horst am 01.04.1952 eine Schlosserlehre bei der Deutschen Bundesbahn im Bw Altenhundem an. Nach Lokputzer, Betriebsschlosser, Reservelokführer wurde er 1967 zum Lokführer befördert. Dienste versah er noch auf Dampflokomotiven der Baureihe 23, 44 und 50 auf der Ruhr-Sieg-Strecke Hagen – Siegen.

Am 14.05.1965 wurde auf der Strecke Hagen – Siegen – Gießen – Frankfurt am Main der elektrische Zugbetrieb aufgenommen. Dadurch fielen im Bw Altenhundem viele Arbeitsplätze weg. In München wurden zur selben Zeit Lokführer gesucht.


So verließ er im November 1968 das Sauerland und zog mit seiner Familie nach München um. Im Bw München Hbf fand er seinen neuen Arbeitsplatz und versah Dienst auf Lokomotiven der Baureihe 103, 110, 111, 112, 114, 116, 118, 120, 132, 139, 140, 141, 144, 150, 151, 175, 194 und 260.


Am Montag 29.03.1971 begann für ihn die Ausbildung auf dem Glaswagen, wie er den ET 91 01 nannte. Am Samstag 03.04.1971 stand eine Probefahrt auf dem Ausbildungsprogramm und am Sonntag 04.04.1971 war das Ziel seiner ersten Fahrt zusammen mit dem Reiseleiter Wieland Salzburg. Das war der Beginn einer unzertrennliche "Eisenbahner-Ehe". Als Stammlokführer steuerte er den Zug durch ganz (West-) Deutschland, Österreich und die Schweiz. Nach der Wende auch im Bereich der DR. Seine letzte Ausflugsfahrt mit dem Gläsernen Zug war am Montag 11.12.1995 nach Badgastein.
Am 12.12.1995, den Unglückstag von Garmisch-Partenkirchen, hatte Horst keinen Dienst.

Auch nach dem Unglück ließ er den Zug nicht in Stich und gründete die BSW-Gruppe "ET 491 Gläserner Zug", die sich unter seiner Leitung um den abgestellten Zug kümmert.

Horst Büttner war ein Vollbluteisenbahner für den der Beruf Eisenbahner nicht nur ein Job, sondern eine "Berufung" war. Sein aufgeschlossenes und aufrichtiges Wesen ließ viele Glaswagen-Kunden zu Stammkunden werden. Sonderwünsche für Eisenbahnfreunde beim Fotografieren zu erfüllen war für ihn eine Selbstverständlichkeit. Immer hatte er seinen blauen Kittel dabei, um selbst Hand anzulegen beim Rangieren oder Reparieren "seines" Fahrzeugs.



       








05.05.1981 zwischen Bardowick und Radbruch - Behebung eines Schaltwerkschadens
Siehe dazu auch diesen Bericht



Göppingen 25.11.1989 (Aufnahme Stefan Motz)




Horst Büttners Streckenkenntnis war stark verbunden mit den Sonderfahrten der DGEG. Theodor Horn hat von 1970 bis 1995 insgesamt 255 Betriebstage mit dem Gläsernen Zug organisiert. Davon hat Horst 241 Tage gefahren. Seine ersten Tage mit der DGEG waren vom 18.06. bis 22.06.1975 in die Steiermark. Siehe dazu auch die Einsatzübersicht.

Rechts neben dem Zuglaufschild ist eine Zusammenfassung aus dem Jahr 1984 aus seinem Lokführertagebuch.

1988 sind im seinem Lokführertagebuch zwischen 01.01. und 24.09. insgesamt 188 Tage mit dem 491 001 eingetragen. Der einzige Ausreißer ist neben Urlaub und Ruhe der 22.01. mit 111 016 nach Plattling.


14.03.1981 DGEG-Sonderfahrt zum Brenner - St. Jodok-Tunnel Nordportal

     
Horst präsentierte den Glaszug 1985 bei den Jubiläumsparaden in Nürnberg und Bochum-Dahlhausen und bei der großen Feier im AW Nürnberg


Horst grüßt am 23.12.1985 in Innsbruck Hbf den Rest der Welt (Bild Hans Eberle)



Begrüßung des Glaszuges nach erfolgter E 3.0 im Bw München 1 am 28.07.1986
Karl Berger, Anton Wimmer, Horst Büttner, Rudolf Goldbrunnner (Bild Anton Wimmer)



Dieses Zuglaufschild wurde Horst zu seinem 65. Geburtstag im Jahr 2001 von der BSW-Gruppe überreicht.

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