Der Gläserne Zug

21.11.2015    Bahnpark Augsburg

Von München-Neuaubing in das Sparda-Bank Rundhaus Europa im Bahnpark Augsburg


Nach dem Unfall am 12.12.1995 in Garmisch-Partenkirchen wurde der Gläserne Zug für ca. 1 Monat im Lokschuppen des Bw Garmisch-Partenkirchen abgestellt und dann Mitte Januar 1996 mit Hilfe eines Eisenbahnkranes nach München-Neuaubing überführt und dort in einer Halle des damaligen Ausbesserungswerkes abgestellt. In der Folgezeit wurden verschiedene Gutachten für die betriebsfähige Wiederaufarbeitung des Gläsernen Zuges erstellt und auch der damalige Vorstandsvorsitzende der DB, Heinz Dürr, soll sich für eine Reparatur des Fahrzeuges eingesetzt haben. Letztendlich scheiterte die Instandsetzung aber an den zu hohen Kosten. Mit Datum 31.12.97 wurde der Gläserne Zug aus den Bestandslisten der DB gestrichen und in das Eigentum des DB Museums Nürnberg überführt.

Im Herbst 1999 gründete der frühere Stammlokführer des Gläsernen Zuges Horst Büttner die BSW-Gruppe ET491 - Gläserner Zug (gehört zur Stiftung Bahn-Sozial-Werk). Zusammen mit dieser Gruppe wollte Horst Büttner den Gläsernen Zug zumindest museal erhalten. Leider konnten am Abstellort im AW München-Neuaubing aufgrund der fehlenden technischen Infrastruktur keine größeren Verbesserungen am Fahrzeug vorgenommen werden. In der Zwischenzeit änderten sich auch die Eigentumsverhältnisse der Immobile AW München-Neuaubing, so dass das Fahrzeug von dort entfernt werden musste.

Anfang 2004 war abzusehen, dass der Gläserne Zug am vorgesehenen Standort des DB-Museums in Garmisch-Partenkirchen dort kurz- und mittelfristig nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch in Augsburg das Projekt Bahnpark aktuell. In Gesprächen mit Markus Hehl, dem Initiator des Projektes, konnte Horst Büttner für den Gläsernen Zug einen Standplatz im Sparda-Bank Rundhaus Europa sichern. In Abstimmung mit dem DB Museum Nürnberg wurde daraufhin der Transport des Zuges von der BSW-Gruppe ET 491 - Gläserner Zug alleine vorbereitet, organisiert und zu 100% von der BSW-Gruppe über Mitgliedsbeiträge und Spenden bezahlt. Damit wurde das erste große Etappenziel erreicht: Der Gläserne Zug kann nach langer Abstellzeit wieder besichtigt werden.

Für den Transport nach Augsburg gab es theoretisch mehrere Möglichkeiten:

  • Transport am Haken eines Eisenbahnkranes (wie im Januar 1996 von Garmisch-Partenkirchen nach München)
  • Transport auf einem Hilfsdrehgestell (Ersatz für das beschädigte Triebdrehgestell)
  • verladen auf einem Eisenbahn-Tiefladewagen
  • verladen auf einem Straßen-Tieflader

  • Nach zahlreichen Gesprächen und Ortsbesichtigungen verblieb jedoch als mögliche Transportart nur noch die Verladung auf einem Straßen-Tieflader. Dazu wurden von Spezial-Firmen Angebote eingeholt. Die Spedition Kübler GmbH aus Schwäbisch Hall unterbreitete einen Vorschlag, bei dem der Gläserne Zug nicht per Kran verladen werden muss, sondern auf einer ca. 10 m langen schiefen Ebene auf den Tieflader gezogen wird. Die Spezialisten der Spedition Kübler fanden auch einen Weg für den Schwertransport von München-Neuaubing nach Augsburg. Die Genehmigungsbehörde machte zur Auflage, dass der Schwertransport nur in der Nacht zwischen 22:00 und 6:00 durchgeführt werden kann.

    Am Montag 23.05.05 war es dann soweit. Der Gläserne Zug wurde am Nachmittag bei strömenden Regen auf den Tieflader verladen. Am Dienstag 24.05.05 um 1:00 startete dann der Transport. Dies hatte damit zutun, dass erst nach der letzten S5 nach Germering die Oberleitung am Bahnübergang in München-Neuaubing abgeschaltet und geerdet werden konnte. Die Fahrt führte dann weiter auf der B2 über Germering und durch die Orte Puchheim, Gröbenzell, Olching, Emmering und Fürstenfeldbruck. Anschließend weiter auf der B2 bis zur Ausfahrt Mering Mitte und dann wurde kurz vor 6:00 das Ziel der ersten Nacht, der Parkplatz an der Lechstaustufe 23 zwischen Mering und Königsbrunn erreicht.

    Während des ganzen Tages bestaunten viele zufällig vorbeikommende Passanten den Transport. Um 22:00 begann dann die zweite Etappe über Königsbrunn, der B17, durch den Stadtteil Haunstetten Richtung Bahnpark Augsburg in der Firnhaberstraße. Die letzten Kilometer führten durch die Messe Augsburg und den Schrotthandel Lau. Noch am Dienstag um 23:30 wurde der vorgesehene Abladeplatz am ehemaligen Rundhaus 2 des Bw Augsburg erreicht. Das Abladen begann am Mittwoch 25.05.05 gegen 9:00 und bereits um 9:45 stand der Gläserne Zug auf den Schienen des Bahnparks Augsburg. Anschließend wurde der Gläserne Zug von der Köf des Bahnparks in das Schuppengleis 3 des Sparda-Bank Rundhauses Europa geschoben.

    Link zu Bilder vom Transport des Gläsernen Zuges in das Sparda-Bank Rundhaus Europa im Bahnpark Augsburg.

    Aktueller Sachstand Gläserner Zug:


    Für die museale Aufarbeitung wurde bei der Sparda-Bank Augsburg eG ein Spendenkonto eingerichtet. Der Verein "Gläserner Zug" e.V. ist vom Finanzamt Augsburg als gemeinnützig anerkannt. Spendenbescheinigung für Steuererklärung wird zugesandt.



    Beschreibung

    Rundhaus Europa im Bahnpark Augsburg am 29.10.2005 (© hkl)

    Von links nach rechts: ÖBB 1141 003, SNCF CC6503, SBB Ae 4/7, 116 009, E91 99, Köf 3, Draisine, Köf 3, E63 08, 41 364, E63 05, Köf 6580


    Link zu Bildern vom Bahnparkfest am 26.10.2008

    Link zu Bildern vom Bahnparkfest am 15.10.2006

    Link zu Bildern vom Bahnparkfest am 28.05.2006

    Link zu Bildern vom Bahnparkfest am 17.04.2006



    Sparda-Bank Augsburg, Sponsor für den Gläsernen Zug und Bahnpark Augsburg


    Bschreibung

    Der Gläserne Zug    Bahnpark Augsburg